So wars früher

In den Nachkriegsjahren, als die Pferdefuhrwerke und die Leiterwagen allmählich von den Straßen verschwanden und die Motorisierung Einzug hielt, besaß die Feuerwehr Reith/Auland bereits einen „Ami-Jeep“ um die Einsätze schneller abwickeln zu können.

Dieses Fahrzeug wurde nicht allein dazu benötigt um schnell zur Einsatzstelle zu gelangen, sondern auch dazu, um mit der verfügbaren Technik den anstehenden Einsatz bestmöglich abwickeln zu können. Diese Technik bestand neben dem üblichen Angriffsmaterial samt Tragkraftspritze auf einem Anhänger auch aus einem Schaumlöschgerät, dem sogenannten „TUTOGENPANZEN“. Um dieses moderne Schaumlöschgerät beneideten uns damals viele Feuerwehren und es ist heute noch bei uns zu besichtigen.

Hist_Maerz_2014_05.jpgEinsatzmannschaft mit Jeep und Tutogenpanzen

 

Dieser Panzen, gefüllt mit einer Schaum-Wassermischung, war somit im heutigen Sinn unser erstes Schwerschaumangriffsgerät. Man musste den Behälter mit Wasser und Schaummittelkonzentrat füllen und durchmischen und konnte dann mittels aufgebauter Druckluft einen Angriff starten.

 

03.07.1960

Um die neuen Technik in den Griff zu bekommen musste natürlich fleißig geübt werden. Bei einer gemeisamen Übung der Feuerwehr Reith und Leithen (zu dieser Zeit eine eigenständige Feuerwehr) wurde in Leithen beim „Soaler Luggi“ der Tutogenpanzen unter Aufsicht von KDT Andrä Wackerle (Feuerwehr Reith) und KDT Hans Teither (Feuerwehr Leithen) getestet.

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KDT Andrä WACKERLE

Hist_Maerz_2014_02.jpgGespanntes Beobachten der neuen Technik

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23.09.1960 – Tankwagenbrand

Knapp 2 ½ Monate nach der erfolgreichen Probe in Leithen ist es zu einem Tankwagenunfall in Reith gekommen. Ein mit 10.000l Benzin beladener Tankwagen war in der Nähe der alten Kapelle in Auland aus unbekannter Ursache in Brand geraten. Wegen der vorherrschenden Explosionsgefahr musste die Bundesstraße komplett gesperrt werden. Auch für die Einwohner in Aulands bestand größte Gefahr.

Bei diesem Einsatz konnte der Tutogen-Schaumpanzen seine „Feuertaufe“ bestehen, und der Tankwagen konnte erfolgreich gelöscht werden.

Zusätzlich wurde eine eigene Zubringerleitung vom Joachimsbad zur Einsatzstelle verlegt um den Tankwagen im Anschluss zu kühlen und den Brandschutz sicher zu stellen. Die Feuerwehr Seefeld und die Berufsfeuerwehr Innsbruck rückten ebenfalls zu diesem Brand aus, brauchten aber dank der überlegenen Technik des damals neuen Schaumlöschgerätes, das von den Reither Feuerwehrmännern bestens bedient wurde, nicht mehr eingreifen.

Hist_Maerz_2014_03.jpgEinsatzmannschaft Reith/Leithen

Bericht: KDT OBI Martin GAPP, Feuerwehr Reith
Bilder: aus dem Archiv der Feuerwehr Reith (aufbereitet von HLM Josef KLUCKNER)

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